Wenn vorhanden, erscheint jeden Monat ein Aufkleber von Alwin Gast, an welchem Tag, Monat, Jahr und in welchem Kino er sich diese Filme anschaute!!! Dieser Herr war Filmkritiker für verschiedene Zeitungen.(Gar nicht so einfach für die damalige Zeit!!) Diesen Film konnte er nicht sehen, da ab Januar 2020 hier nur 2 DEFA-Filme erscheinen, solange der Vorrat reicht!!!

Alwin Gast

Alwin Gast(Aufnahme von 1948)
geb. 21.111920 in Magdeburg
gest. 11.12.2010 in Stuttgart

Diesmal ein Film aus den 1950-er Jahren nach einer Novelle von Theodor Storm. Erscheinungsjahr: 25.12.1954

POLE POPPENSPÄLER
Ein DEFA-Farbfilm noch der Novelle 'von Theodor Storm
Buch lind Regie: Artur Pohl, Nationalpreisträger
Verleih: PROGRESS Film-Vertrieb GmbH

Neu zum DEFA-Film

+++ Neu ab Januar 2014 kann man sich die Bilder von diesen Filmprogrammen in voller Größe anschauen!++

Hier geht es zu den Filmprogramm-Bildern ab 2014
25.12.1954
Progress-Nr.:     310/54

Kamera: Joachim Hasle; Produktionsleitung: Werner Dau; Bauten: Erich Zander; Kostüme: Hans Kieselbach; Musik: Alfred Strasser; Äufnahmeleitung: Frltz Delp, Erwin Dräger; Schnitt: Hildegard Tegener;Ton: Gerhard Wiek; Regie-Assistenz: Walter Beck, Gertraude Acker;Masken.;_Aloiss Strasser,. Elfriede .Kuster ; Standfotos: Eduard Neufeld;
Kamera-Assistenz: Otto Hanisch; Marionetten: Karl und IIse Iwowski

Die Novelle "Pole Poppenspäler" von Theodor Storm (1817-1888) haben wir fast alle einmal in der Schule gelesen. Der Dichter schrieb sie 1873/74 für eine . Jugendzeitschrift. Schauplatz ist seine Heimatstadt Husum, und was er der Jugend mit dieser Geschichte vonder innigen und tapferen Liebe zwischen dem jungen Handwerksmeister Paul Paulsen und der Puppenspielerstochter Lisei sagen wollte, ist nicht schwer zu verstehen. Häuslichkeit und Familie, bürgerliche Rechtschaffenheit, geordnete Verhältnisse, aber auch ein gewisses unabhängige Denken, sie schienen Storm die hohen Werte des Lebens zu sein. In diese kleinstädtische Idylle rettet er die Menschlichkeit. die ihm draußel1l in,
der Welt keine Heimstatt mehr zu haben scheint. Dabei bemerkt der: Dichter nicht oder nur ganz unklar, wie die bürgerliche Welt nach dem Verrat an der Revolution von 1848 ihre sittlichen Werte eingebüßt hat. Storm war kein sozial kritischer Schriftsteller wie seine Zeitqenossen Wilhelm Raabe, Theodor.Fontane und vor-allem Gottfried Keller und sein Patriotismus, der ihn 1853 als aufrechten. stolzen Mann - nach der mißglückten Erhebung:
seiner Heimat gegen Dänemark - sogar in die Emigration trieb, sein Patriotismus galt nicht dem ganzen Deutschland. sondern einem unabhängigen Schieswig-Holstein. Und doch muß der Dichter die Krise des Bürqerturns gespürt haben. Der Zug von Schwermut und Resig-nation, der über den meisten seiner Werke. liegt, die Flucht in die " gute alte Zeit", seine Verneinung der fortschreitenden kapitalistischen Entwicklung, sind eine Art Protest dagegen. Storm war der Sohn eines Anwalts in Husum, der sich seine Frau aus einem Patrizierhaus geholt hatte. Diese gesellschaftliche Herkunft hat er nie Verleugnet.
In eine kleine mitteldeutsche Stadt haben den junqen Handwerksgesellen Paulsen die nach dem Zunftgesetz vorgeschriebenen Wanderjahre getrieben. Hier findet er die Gespielin aus seiner Kindheit wieder. Das kleine Mädchen, das damals vor zwölf Jahren" mit dem Puppenspiel seines Vaters nach' Husum gekommen und nach wenigen Wochen wieder mit dem bunten Wägelchen davongerattert war, ist jetzt ein bildhübsches schlankes Ding, und es ist kein Wunder, wer das Gefühl der Freundschaft, das der blonde Junge damals für-die schwarzhaaarige, dunkeläugige Spielgefährtin empfand, als Liebe neu erwacht.
Lisei befindet sich in Not. Man hat ihren Vater unter dem Verdacht des Diebstahls ins Stadtgefängris gesperrt. Paul, der wohlangesehene Handwerker bürgt für den AIten. Die Diebstahlsgeschichte wird bald aufgeklärt und

Lisets Vater 'entlassen. Aber der alte Puppenspieler leidet darunter, daß man ihm, dem "fahrenden Komödianten" alles schlechte zutraut. "Ach,' wir.haben keine Heimat, kein Freund. keine Ehr," klagt auch das Mädchen.
Paul will Lisei heiraten, sie sie soll ihm mit dem alten Puppenspieler folgen, wenn er jetzt heimkehrt und die verwaiste Werkstatt des. Vaters übernimmt. Das Mädchen zögert,: obgleich es Paul von Herzen liebt. "Wir sind landfahrende 'Leut'. Was werden sie sagen, bei Dir daheim!"
Paul befürchtet das Gerede der Leute nicht, und Lisei wird seine Frau. Sie hat das Leben auf der Landstraße satt und sehnt sich nach häuslichem Frieden.
Leicht haben es die beiden nicht. Die Bürger wollen die Puppenspielerstochter nicht in ihre Kreise aufnahmen. Das selbstständige, stolze Wesen des tüchtigen Handwerksmeisters läßt sich von dem kleinlichen Standesdünkel der Mitbürger nicht kränken, aber für die junge Frau bedeutet die Anerkennung der Stadt alles. Die Puppen, die die kleine Lisei einst geliebt hat und die auch den kleinen Paul vor Jahren verzauberten, sind der jungen Frau jetzt verhaßt. Sie stehen zwischen ihr und dem ersehnten bürgerlichen Glück.
Der alte Puppenspieler aber, der in der Werkstatt des Schwiegersohnes arbeitet, kann seinen schönen Beruf nicht vergessen. Eines Tages spielt er wieder. Die Vorstellung mißlingt. Böse Buben, die Söhne eines heruntergekommenen und jetzt neidischen Handwerkers, stören das Spiel und beleidigen Vater und Tochter. Die engherzigen Kleinbürger machen mit und rächen sich an den Puppenspielern, die ihre in Gesellschaftskreise einzudringen wagten. An der Tür des Paulsenschen Hauses steht eines Morgen´s das Schmähwort: Pole Poppenspäler.
Der alte Puppenspieler kann die Kränkung und Enttäuschung nicht verwinden. Er stirbt bald nach dem häßlichen Erlebnis. Die jungen Leute aber, lassen sich nicht unterkriegen. Sie lieben ein-ander von Herzen und halten treu zusammen, bald werden sie auch ein Kind haben; durch Pauls Fleiß und Geschicklichkeit hat die mechanische Werkstatt neues Ansehen erlangt - mehr ersehnen sie vom Leben nicht.
Angesichts der kleinstädtischen Idylle, in die uns führt, fallen einem die Schlußzeilen aus Storms Gedicht "Abseits" ein.Kein Klang der aufgeregten Zeit
Drang noch in die Einsamkeit.

D a r s t e l l e r :

Lisei

Heliane Bei

Paul Paulsen

Heinz Höpner

Vater Tendler

Willi Kleinoschegg-Nationalpreisträger

Mutter Tendler

Paula Braend

Kröpellieschen

Annemarie Hase

Kröpellieschen

Annemarie Hase

Frau Paulsen

Leny Marenbach

Herr Paulsen

Wilhelm-Koch-Hooge

Meisterin

Lou Seitz

MHerbert Richter, Rudolf Klix, Aribert Grimmer, Agnes Kraus, Egon Vogel,
Rudolf Schröder, Charles Hans Vogt, Eduard Bornträger, Michael Chevalier, o
. Willi Puhlmann, Herbert Rüdiger, Nico Turoff. '
Fredy Barten, Hans Hellenberger, Else Koren, Erwin Luck, Erich Nadler, Ellen Plessow. Friedrich Radtke, Arthur Reppert. Klara Reschke. Leo Sioma.
Axel Triebel u. a.